So lernt das Kind

FOTO JUTTAJedes Kind will lernen und sich weiterentwickeln, sonst verkümmert es. Die dem Menschen eigene Neugier und Entdeckungsfreude treibt das Kind an durch Spiel und Exploration mit der Welt in Kontakt zu kommen und dabei Erfahrungen zu sammeln, die ihm helfen die Welt zu verstehen.

Voraussetzung hierzu ist ein Umfeld, in dem sich ein Kind geborgen fühlen kann und das ihm Sicherheit und entsprechende Anreize bietet.

Von Bedeutung dabei sind feste Bezugspersonen, Rituale, verlässliche Regeln und ein anregendes Lernumfeld.

Es ist erwiesen, dass jedes Kind in erster Linie über Beziehungen lernt. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass jedes Kind – auch in der Tageseinrichtung- zunächst eine feste Bezugsperson hat, auf die es sich einlassen kann.

Eine aktive und wertschätzende Zuwendung, durch die eine emotionale Beziehung aufgebaut werden kann, ist notwendig, darf aber die fachliche Distanz nicht außer Acht lassen.

Die Bezugserzieherin muss sich für jedes einzelne Kind Zeit nehmen, um es kennen zu lernen und ihm später individuelle Entwicklungsangebote machen zu können.

Dazu sind sowohl Ruhe und Geduld für jedes einzelne Kind erforderlich als auch das kompetente und reflektierte Handeln der Erzieherin.

Wir wissen, dass Kinder ganzheitlich mit allen Sinnen lernen. Sie müssen ihre Umwelt also sprichwörtlich „begreifen“, um sie erfassen, erforschen und einschätzen zu können. Dazu gehen sie von konkreten Feststellungen zu abstrakten Dingen des Alltags über und greifen immer wieder auf bereits gemachte Erfahrungen zurück.

Bildung beginnt von Geburt an, das bedeutet, dass schon die ersten Grundsteine für weitere Lernprozesse im Säuglings- bzw. Kleinkindalter gelegt werden.

Je mehr Sinnesanregungen ein Kind in dieser Phase bekommt, desto mehr Synapsen werden im Gehirn gebildet, die die Basis bilden für die weitere Entwicklung.

Im Laufe der Zeit nimmt das Kind Signale wahr und strukturiert sie. Es reagiert auf diese Signale und weist ihnen Bedeutung zu.

Aus dem immer reicher werdenden Erfahrungsschatz des Kindes bilden sich Welt- und Selbstvertrauen sowie differenzierte emotionale, soziale, kognitive, sinnliche und motorische Kompetenzen, die es mehr und mehr befähigen als Teil einer Gemeinschaft selbständig sein Leben zu gestalten.